Gründe für Unfälle
Zur Vermeidung von Unfällen benötigen wir eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erst Schritt für Schritt im Laufe der Kindheit und Jugend ausgebildet und gelernt werden.
Da Kinder - je nach Alter - diese Fähigkeiten noch nicht oder nur teilweise besitzen, sind sie im Straßenverkehr oft überfordert und daher besonders gefährdet.
Gefahrenwahrnehmung
- Kinder entwickeln erst mit etwa acht bis zehn Jahren ein realistisches Bewusstsein für Gefahren im Straßenverkehr.
Entfernungs- und Geschwindigkeitswahrnehmung
- Jüngere Kinder (etwa sechs bis sieben Jahre) können noch keine Entfernungen schätzen, und die Schätzung von Geschwindigkeiten ist auch noch für neunjährige Kinder sehr schwierig.
Aufmerksamkeit und Konzentration
- Kinder können Gefahren nur dann rechtzeitig erkennen, wenn ihre Aufmerksamkeit auf die gefährliche Situation gerichtet ist, d.h. wenn sie sich auf die relevante Situation „konzentrieren" und sie nicht durch andere Sachen „abgelenkt" sind.
- Erst ab etwa acht Jahren sind die meisten Kinder fähig, sich auch über eine längere Zeit (z.B. für die Gesamtdauer des Schulwegs) auf den Straßenverkehr zu konzentrieren.
Einfühlungsvermögen, Perspektivenwechsel
- Jüngere Kinder (bis etwa sieben Jahre) können sich noch nicht in andere Personen hineinversetzen und ihre Absichten einschätzen; sie schließen von sich auf andere (ego-zentrisches Denken).
Psychomotorik
- Kinder sind unruhiger als Erwachsene, sie haben einen starken Bewegungsdrang.
- Bis zum Alter von etwa acht Jahren haben Kinder große Schwierigkeiten, einmal begonnene Handlungen (z. B. einem Ball nachlaufen) abzubrechen oder zu unterbrechen (z. B. am Bordstein anhalten, um sich umzusehen).
- Ab etwa acht bis zehn Jahren sind Kinder in der Lage, die für das Radfahren erforderlichen psychomotorischen Leistungen (Gleichgewichthalten, Bremsen, Lenken, Spurhalten, Kurvenfahren usw.) zu erbringen
- Während die meisten psychomotorischen Fähigkeiten bei ausreichendem Radfahrtraining bis zum Alter von etwa zehn Jahren ausgebildet sind, dauert die Entwicklung der zum Verständnis des Straßenverkehrs notwendigen geistigen Fähigkeiten noch bis zum Alter von etwa zwölf Jahren an.


